TEXTE

WOLKEN/ANGST/SONNE/KAFFEE

Neue Wolken formen sich unter mir. Die Sonne geht auf. Ein Toastbrot fliegt herum. Jemand hat Angst.  Meine Frau liegt nebenan. Die Kinder spielen. Die Sonne blendet sie. Ich habe keine Ahnung, keine Idee, kein Gefühl.  Während wir warten, jubeln die Massen. Wir könnten, wenn wir wollten, aber ich traue mich nicht. Ich trinke einen Kaffee. 

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IRGENDWANN

Alles nicht neu. Nichts Neues. Hunde auf Straßen. Gedanken im Kopf. Gefühle und Ängste in Herz und Magen. Träume in der Nacht. Ich gehe weiter, endlose Straßen entlang. Die Sonne geht auf oder unter. Der Wind bläst Staub und Blätter in mein Gesicht. Ein Schluck kaltes Wasser holt mich zurück. Zurück zu dir, zurück zu mir, zurück zu uns. Im speziellen und im allgemeinen. Es ist Krieg und alles ist anders. Alles ändert sich. Irgendwann.

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DET REGNER

Sånn er det bare, ingen vei utenom, man kan ikke gjøre noe med det. Sånn er det.En granat splitter kroppen min i stykker. Jeg griper til våpenet og hevner meg. Det er bitre kamper som må utkjempes. Ingen vinner er åpenbar i starten. Store tap på begge sider. Men så. Et KI-generert lysvesen, en engel, stiger ned til oss og lærer oss noe bedre. Vi legger ned våpnene. Vi forsoner oss. Vi forhandler, vi inngår kompromisser. Plutselig, akkurat når blekket på fredsavtalene har tørket, begynner det å regne. Signaturene flyter ut, papiret blir vått, krøllete, alt løser seg opp. KI-vesenet…

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IT IS RAINING

That’s just the way it is, no way around it, nothing you can do. It is what it is.A mortar shell tears apart my torso. I grab my weapon and take revenge. The battles are bitter and fierce. There’s no clear winner at first. Heavy losses on both sides. But then, an AI-generated being of light—an angel—descends to us and teaches us a better way. We lay down our weapons. We reconcile. We negotiate, we make compromises. Suddenly, just as the ink on the peace treaties has dried, it begins to rain. The signatures smear, the paper gets wet, warps,…

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IHRE MISSION

Grüner Rasen, auf der Strasse. Weisse Gestalten inmitten dieses Traumes.  Wir haben noch nicht, noch keine Lösung gefunden für dieses Problem, sagt eine Stimme am anderen Ende der Leitung.  Es öffnet sich weit die Welt, das Universum, ein Vorhang. Tiefschwarz ist es dahinter, da drin. Lichter gehen an. Es saugt uns und alles hinein. Ich sehe meine Mutter an mir vorbeifliegen. Mein älterer Bruder hält sich am Vorhang fest, bis dieser reisst. 2 leere Kinderwägen fliegen an mir vorbei. Eine Katze, Autos, Kühlschränke, Bücher, Staub, und 4 leere Cola-Dosen.  Plötzlich stehe ich auf einer Bühne, Licht geht aus, Vorhang fällt. Kein…

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ERIKA UND DAS FEUCHTE GRAS

Auf dem Sterbebett hat ihre Mutter eine Kartoffel geschält, während der Pfarrer aus dem Fenster blickte und dort die Nachbarskinder beim Spielen im Garten beobachtete. Es war ihr letzter Wunsch gewesen. Draußen ging die Sonne unter und die Kinder wurden ins Haus gerufen, noch lange pendelte die Schaukel und ein seltsames Licht war im Raum. Ihre Tochter Erika nahm ihr den Kartoffelschäler aus der Hand und räumte die Schale und die nackte Kartoffel beiseite. Sie gab ihr einen Kuss auf die Stirn und wir verließen den Raum. Die Tür blieb offen, eine Kerze brannte weiter an ihrem Bett und wir…

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ES REGNET

So ist es halt, geht kein Weg dran vorbei, kann man nichts machen. Ist halt so. Ein Mörsergranate zerfetzt mir den Oberkörper. Ich greife zur Waffe und räche mich.  Es sind bittere Kämpfe, die auszutragen sind. Ein Gewinner ist erst mal nicht auszumachen. Hohe Verluste auf beiden Seiten. Aber dann. Ein KI-generiertes Lichtwesen, ein Engel kommt hinab zu uns und belehrt uns eines besseren. Wir legen die Waffen nieder. Wir versöhnen uns. Wir verhandeln, wir schliessen Kompromisse. Plötzlich, die Tinte auf den Friedensvertäge gerade getrocknet, beginnt es zu regnen. Die Unterschriften verlaufen, das Papier wird nass, wellig, alles löst sich auf.…

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SCHWARZER STRICH

Was für ein Wahnsinn. Hinter der Tür, im Dunklen, ein Schatten, gerupft und geteert. Ein Gedanke kommt und verlässt mich sogleich wieder, ich kann ihn nicht halten. Pupsbananae, jetzt ist es vorbei. Die Sonne geht unter, die Sterne auf, glitzernd, tanzend.Haare hoch gesteckt, den Bart abrasiert, steht er auf der Autobahn, gegen den Wind gelehnt. Kein Tempolimit, Autos rasen an ihm vorbei, doch der Wind hält ihn an Ort und Stelle.Ein dicker schwarzer Strich auf nackter Leinwand, satte Geräusche beim Auftragen, leckerer farbiger Duft, kommt ihm in den Sinn. 

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480 JAHRE /1

Lebensnahe Gedanken auf der Reise Vor vor fast 20 Jahren erblickte er das Licht der Welt. Heute, 20 Jahre später steht er mit messerscharfer Bügelfalte auch dem Gipfel eines Neuntausenders. Unter ihm ein Haufen verlorengegangener Ideen und Geschichten, Erinnerungen und Gefühle.  Er blickt hinunter und mir wird schwindelig. Teatime.  So hatten wir uns kennengelernt damals in schwindelerregneder Höhe auf dem Gipfel einen Neuntausenders. Heute hunderte Jahre später haben wir keinen Kontakt mehr und wenn wir uns über den Weg laufen, ignorieren wir uns und tun so als ob wir uns nicht kennen.  Um zu verstehen wie es dazu kam, muss…

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DER MORGEN

Soso, sagte sie zu mir und blickte hinaus in den Garten. Durch das offene Fenster kam die morgendliche Kälte und der entsprechende Geruch zu uns hinein. Wir saßen am Tisch und tranken Kaffee. Soso, sagte sie zu mir also an diesem Morgen und drehte sich danach weg um aus dem Fenster zu schauen, hinaus in den Garten.So war das an diesem Morgen.Ich nahm mein Schwert und schwang mich auf mein Pferd und ritt davon und hinaus. Riesen auf meinen Weg enthauptete ich. Am Horizont sah ich ein Schloss. Eine Prinzessin wartete dort auf mich. Ich musste sie nur befreien. Sie…

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SCHNEE, 2.

Selbstverständlich. In blauen Schuhen auf weißem Schnee. Kaffee in der Hand. Alle Türen öffnen sich. Menschen jubeln und kreischen. Es schneit Konfetti auf mein Haupt. Festgebunden an einem Sessel fühle ich die Kilos in und auf mir und komme nicht von der Stelle. Der Kaffee ist kalt geworden. Die Sonne längst untergegangen.

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SCHNEE

Gestern noch hatten wir darüber gesprochen, heute schon war alles vergessen. Schatten auf der Haut, die Sonne kaum gesehen heute. Ein Zug schleicht durch die verschneite Landschaft. Es ist alles anders. Ein stechender Schmerz im Herz, ich entferne ein Messer. Blut tropft in den Schnee und das sieht schön aus. Es pumpt unbeeindruckt. Meine Lungen fülllen sich mit eiskalter Luft und geben warme dampfende ab. Wie eine Lock stampfe und dampfe ich durch den Schnee. Die Klischees verlassen mich. Ganz allein mit mir selbst, diesen Gedanken, der Kälte, dem Schmerz verblute ich kurz vor dem Ziel, im Wald, im Schnee.…

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DIE GESCHICHTE

Es mag so gewesen sein. Gestern und damals. Mag sein, dass wir das vergessen haben, uns nicht erinnern. Mag sein, dass wir uns nicht erinnern möchten.Wieder einmal zu heisser Kaffee, der zu lange warm gehalten wurde und zu heiß zum trinken und zu schlecht zum genießen ist. Die Türen sind weit geöffnet. Wind und Luft wehen im Raum. Eine Kerze erlischt auf dem Tisch.Wie könnte ich etwas erzählen, ohne etwas zu erzählen? Ich war auf der Suche nach etwas Belanglosem und Unwichtigen, um es weiterzureichen in die Welt hinein.Groß sollte diese Erzählung sein, aufgeblasen bis ans Limit, kurz vorm Platzen…

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PECH GEHABT

1. Kapitel „Alles Quatsch“ Der Auflauf stand im Ofen und roch gut. Das geht solange gut, bis was passiert, hörte ich meine Mutter um die Ecke rufen. Ich schaute um besagte, da war aber niemand. Macht nichts, sagte ich mir. Es war kalt und Winter vor der Tür, die Sonne schien nur ab und zu diese Tage. Ich hatte zuviel nachgedacht und war zu keinem Ergebnis gekommen. Leere Worthülsen und Gedankenfetzen lagen auf dem Tisch und dem Boden. Verstreut und verschmiert bewegten sie sich durch die Wohnung, krabbelten Wänden rauf und versammelten sich um die Rauchmelder an den Zimmerdecken. Es…

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ALLES WIRD GUT

1. Kapitel „Angekommen“ Wie ein großes Gewitter oder ein bayerisches Bier (ein Helles) braut sich seit Jahren eine Traurigkeit über mir zusammen. Die kleinen stechenden Blitze können mich nicht schocken. Nichts haut mich (mehr) aus den Socken. Am nächsten Tag beobachte ich die durchnässte Straße unter mir. Sie gibt nach. 2 Tauben suchen nach Futter auf ihr. Eine alte Butterbrezel liegt in der Ecke. Der Weg zur Arbeit ist unendlich. Lang und trist. Meine Gedanken fliegen hin und her. Ich bin froh welche zu haben und lasse sie ziehen. Werden schon zurück kommen, denke ich. Auf der anderen Straßenseite steht…

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