Auf dem Sterbebett hat ihre Mutter eine Kartoffel geschält, während der Pfarrer aus dem Fenster blickte und dort die Nachbarskinder beim Spielen im Garten beobachtete. Es war ihr letzter Wunsch gewesen. Draußen ging die Sonne unter und die Kinder wurden ins Haus gerufen, noch lange pendelte die Schaukel und ein seltsames Licht war im Raum. Ihre Tochter Erika nahm ihr den Kartoffelschäler aus der Hand und räumte die Schale und die nackte Kartoffel beiseite. Sie gab ihr einen Kuss auf die Stirn und wir verließen den Raum. Die Tür blieb offen, eine Kerze brannte weiter an ihrem Bett und wir begaben uns in den Nebenraum, setzten uns und schenkten uns ein. Die Dielen knarrten und die Wärme des Kachelofens war ein Geschenk. Erika schaute mich an, fünf Sekunden blickte sie mir in die Augen während sie den Reißverschluss ihrer Jacke öffnete und wieder schloss, dann senkte sie ihren Blick, und ganz leise hörte man den Reißverschluss rattern. Ihr Vater saß auf der Couch und hörte das Gespräch des Pfarrers mit seiner Schwester gegenüber. Alle Stimmen waren leise und gedämpft, müde und zurückhaltend, abwartend, ein Versuch der Situation entsprechend zu sein, oder auch ein Resultat dieser.
Es war dunkel geworden und feucht wurde es auf den Wiesen und man ahnte, wusste um diese Kälte, Feuchte, Frische draußen während man hier saß. Ihr Vater verabschiedete und bedankte sich auch im Namen seiner Frau bei den Anwesenden für ihr Kommen und den Beistand und zog sich zurück. Ein paar Minuten später empfand ich den Zeitpunkt für richtig und stand auf um mich ebenfalls zu verabschieden, der Pfarrer gab mir einen kaum spürbaren Händedruck. Sie begleite mich zu Tür, ohne ein Wort zu sagen, ich hatte sie gern aber das war ein denkbar unpassender Moment. Ich küsste ihre Wange, sie die meine und sie schloss die Tür.
Ich setzte den Helm auf und startete mein Mofa. Es sprang sofort an. Auf dem Heimweg ging mir einiges durch den Kopf und ich roch die Felder, das feuchte Gras. Der Wind war kalt in meinem Gesicht und der Zweitakter lief wie geschmiert. Angekommen legte ich es in meinen Garten.
Meine Katzen hatten Hunger. Auf dem AB einige Sprüche. Ich legte eine CD ein, und ließ das Haus beschallen. Ich ging an den Kühlschrank nahm mir Martini und Eis und ging in den ersten Stock und setzte mich auf den Balkon. Unter mir sah ich mein Mofa liegen und wenig später Erika an meine Tür treten. Ich rannte die Rampe, die anstelle einer Treppe in den ersten Stock führte, hinunter, verschüttete viel meines Getränkes und öffnete die Tür. Sie trat ein. Wir gingen durch den Flur und das Wohnzimmer in die Küche und ich machte ihr zu trinken und wir gingen in den 1. Stock und saßen auf dem Balkon und blickten auf die dunklen Tannen und Wolken vor einem hell scheinenden Mond. Es war fast perfekt und ich bemühte mich nicht den Grund für meinen Besuch bei ihr und sicherlich jetzt auch ihren bei mir zu vergessen. Sie war auch hübsch bei Nacht, dachte ich. Die Musik kam gut und gerne wäre ich einen ganz bestimmten Traum träumen gegangen mit ihr. Ich hörte ihr zu und mehr sie mir, sie trank langsam und ich schnell, ich stellte die Flasche und Eis an unseren Tisch. Später ging der Mond unter und die Sonne auf und sie ging. Vom Balkon winkte ich ihr und trank den Rest in meinem Glas und ging zu Bett.
Ich träumte, auf einer Tanne sitzend kam mir ein Gedanke eher die Erkenntnis, dass ich mittelmäßig begabt und durchschnittlich intelligent es nur durch Fleiß und harte Arbeit zu etwas, bestenfalls zu dem was ich will, bringen kann und jahrelang dachte ich immer, dass ich meine Faul- und Trägheit durch Genialität, Begabung und überdurchschnittliche Intelligenz wett machen könnte. Auf der Tanne wurde mir bewusst, dass das nie der Fall sein wird, weil ich weder diese Genialität, noch Begabung oder Intelligenz im Übermaß besaß. Jemand rüttelte am Stamm der Tanne und ich begann zu schwanken, unten sah ich den Pfarrer stehen der mehrere mir unbekannte Menschen befehligte. Ich kletterte hinunter und stellte ihn zur Rede. Er hatte keine Antwort für mich, sondern packte mich am Kragen und zog mich hinter sich her über eine Autobahn, die für den Verkehr gesperrt war, an den Rändern standen Schaulustige und beobachteten uns, einige klatschten. Wir kamen an einer amerikanischen 24 Stunden geöffneten Heirats- Kapelle an und er stellte mir eine Frau an die Seite die ich heiraten sollte. Ich erkannte sie nicht unter dem Schleier und wir wurden verheiratet. Als ich den Schleier hob um sie zu küssen sah ich meine Eltern beide unter dem Schleier, sie versicherten mir, dass das nur ein Scherz sei, sie hätten mich solange nicht gesehen und ich würde ja auch nie zurückrufen.
Aufgewacht vergaß ich diesen Traum schnell und machte mich an die Arbeit, mich zu sammeln, ordnen und in die Gänge zu bringen. Ich räumte die leeren Flaschen zu den anderen und wischte den klebrigen Tisch auf dem Balkon.
In den Strassen der Stadt war ich später aufgewacht, ohne Erinnerung an das gewesene, Täterprofil und Hunger. Auf dem Gehweg beobachtet mich eine Kamera und überträgt mein Bild direkt in die Antiterrordatei. Ich überweise meine Miete, ich bezahle das Telefon, ich kaufe ein, ich telefoniere. Vor meinem Haus steht ein schwarzer Wagen mit grünen Scheiben.
Auch dies war ein Teil meines Traumes, der mir einfiel als ich beim Zahnarzt saß. Später lieh ich mir von meinem Zahnarzt ein paar Euro um meinen Tank zu füllen, die paar Meter nach Hause hätte ich auch schieben können, aber nun machte ich einen Umweg und fuhr zu Erika. Sie war nicht zu Hause wurde mir mitgeteilt, das trieb mich in das nächste und einzige Gasthaus am Platze. Ich bestellte einen Braten und Spezi, später Bier. Ich rauchte und es ging mir verdammt noch mal gut. Einige Nachbarn saßen an Nachbartischen und hatten mich gegrüßt. Ein letztes Bier wurde mir gebracht. Und ich war selig betrunken und sehnte mich nach ihr. Ich startete mein Mofa und fuhr zurück zu ihr. Sie war da und öffnete die Tür, ihre schwarzen Haare klebten in ihrem Gesicht und ihr Pyjama war viel zu groß, ich entschuldigte mich ob der späten Stunde und antwortete auf ihre Frage mit: nichts, nur so. Sie schaute sich um und ich war gespannt.
Tequila trinkende Frauen saßen am Tisch und ich begrüßte sie. Ich bekam einen Stuhl und einen Tequila angeboten. Wir unterhielten uns über Wichtiges und Banales, es lief Musik und ich schloss meine Augen. Keine Angst, sagte jemand zu mir.
Auf der anderen Seite stand ein Klavier und ich hatte nicht übel Lust mich dort zu verwirklichen. Mehrere Damen packten ihre Instrumente, Bass, Gitarre, Saxophon, Keyboard aus. Erika setzte sich ans Schlagzeug und wir spielten die ganze Nacht. Der Tequila war alle und es gab Kaffee und Zigaretten bis die Gitarristin mein Mofa auslieh und zur Tanke fuhr und dann gab es Bier. Ich schlief auf dem Sofa ein.
Keine Angst, wiederholte sie und ich wachte auf dem Stuhl sitzend, hängend auf. Ich wusste nicht wie viel Zeit vergangen war, aber ich war entsetzlich müde und wollte, musste nach Hause. Erika begleitete mich zur Tür, ich verabschiedete mich anständig und höflich zurückhaltend und sie war überrascht. Mofa war zuverlässig und brachte mich unversehrt nach Hause. Ich legte es wieder unter meinem Balkon ab und betrat mit meinen Katzen das Haus. Es gab einige Fehler hier, dachte ich und begab mich ins Bad, im Spiegel mein pickliges und aufgeschwemmtes Gesicht, fett war ich geworden und alt. Ich wusch mir diese Erkenntnis vom Gesicht. In der Küche roch das Katzenfutter im Kühlschrank und ich überlegte warum es denn für ihn keine Abkürzung, wie für den AB, gibt, K-Schrank oder KS oder Kühl. Der K-Schrank roch auf jeden Fall nicht gut und ich kratzte den Rest aus der Dose. Mein Z-Arzt hatte angerufen und gefragt, ob wir heute Abend ein Bier trinken wollen. Es war ja glaubte ich nicht so spät und ich vergaß meine Bett-Allüren und rief ihn an. Seine Frau war am T und machte mich darauf aufmerksam, dass es wohl doch schon nicht mehr so früh war, ich bekam ihren Mann zu sprechen und wir verabredeten uns an zu dieser Uhrzeit gewohnter Stelle. Ich entnahm dem K-Schrank die letzten Biere und verstaute sie in meiner Satteltasche, tat die Flasche Wein aus dem Regal dazu und ging. Mühsam bewegte sich mein treues Gefährt die Straße hinauf. Ich war angekommen und unter mir sah ich die Lichter von Franzens Jeep, voller Elan steuerte er unseren Treffpunkt an, er hatte seine Frau mitgebracht, die Kinder waren versorgt heute Abend. Wir tranken den Wein. Als es später wurde und wir Hunger bekamen beschlossen wir bei mir noch zu etwas zu essen. Ich hatte nicht wirklich viel im Haus, aber einen tollen Käse und ausreichend Pasta, während das Wasser aufgesetzt war unterhielten wir uns in der Küche. Gespräche über meine Zähne unterbrach seine Frau mir zuvorkommend. Eine meiner Katzen spielte im Wohnzimmer mit auf dem Boden liegendem. Ich nahm ein großen Schluck Wasser, atmete aus und öffnete das Fenster. Sie legte Musik auf und wir aßen im Wohnzimmer. Ich stellte meinen Teller auf den Tisch und forderte sie zum Tanzen auf. Franz öffnete die Tür zur Terrasse und ein angenehm kühler Wind kam hinein. Ich hielt sie in den Armen. Meine Anlage spielte überzeugende Musik und er tanzte mit ihr und ich saß auf dem Sofa und schaute ihnen zu. Meine betrunkene Hand fühlte sich wohl in meinem Gesicht und Haaren. Immerhin, es ist wieder soweit, konnte ich ihn zu mir hören sagen. In Gedanken ganz fern an einem Ort, der keiner ist, an einem Zustand, Gefühl klebend.
Ach ja, nach der Nacht mit Franz und seiner Frau war ich mir völlig sicher, dass eine grundlegende Veränderung in mein Leben treten sollte, am besten in Form einer heiratswilligen Frau und Mutter, aber auch andere Formen konnte ich mir vorstellen. An diesem Tag aber trat nichts hinein in mein Leben. Mein Mofa war feucht vom Gras und kalt und ließ sich schwieriger als sonst starten. Ich fuhr und machte mir Gedanken. An einer Ampel musste ich warten, da fiel mir ein Traum ein. Ich war gefangen in einem Kostüm, dass ein vergrößerter Abguss von mir war, es schlabberte an meinen Armen und Beinen, weil es zu groß war und nicht richtig saß. Ich schwitze darin. Manchmal saugte es sich aber fest an meinen Körper, als ob ein Vakuum dazwischen entstanden sei, dann fühlte sich das richtig an und es schütze mich. Aber ich konnte mich, wenn es zu weit war nicht vernünftig darin bewegen. Ich konnte es aber nicht ausziehen, weil es keinen Verschluss besaß. Die Ampel wurde grün. So entschloss ich mich zu wachsen, um es zu sprengen und mich so von ihm zu befreien, nicht wissend ob dies so erstrebenswert ist. Also begann ich mit Bodybuilding um meinen Umfang zu vergrößern und aß viel aus demselben Grund. Das Kostüm war aber flexibel und passte sich diesen Veränderungen an, aber jetzt saß es wenigstens. Irgendwann später war ich dann schwimmen und auf einer Bank neben meinem Handtuch lag mein Kostüm, das ich irgendwie nun doch selbstverständlich ausziehen konnte. Ich zog es nicht mehr an als ich ging, sondern ließ es dort liegen und wachte kurz danach auf. Ich war da, stellte den Motor ab.
In Gedanken stehe ich mir im Morgenmantel gegenüber. Ach Gott, wie billig antwortete die Stimme aus dem Hintergrund und ich fange an mich zu schämen. Ich blicke in billige Gesichter, Geschichten, Prospekte, Welten. Fuck you, das kann ich besser, denke ich und steige ab.
„Lang nicht mehr gesehen“, sagt eine mir bekannte Stimme auf neun Uhr und ich blicke mich um. Hey, Rainer is in da house. Wirklich lang nicht mehr gesehen, denke ich, 17 Jahre. Rechne nach und stelle fest, dass ich richtig liege. Rainer, Mensch, du, wir haben uns ja ewig…, was machst du (hier)…, und so weiter. Die Unterhaltung bleibt auf diesem Niveau und ist bald vorbei. Ich habe seine, er meine Nummer und gehe zur Arbeit.
Ich war vor einigen Tagen auf dem Rummel gewesen. Bunte Lichter, betrunkene Jugendliche und satte Erwachsene, einige Kinder. Ich kaufte Karten. Wir hatten uns dort vor Jahren kennen gelernt. Damals fuhr ich mit ihr zu mir nach Hause, diesmal allein. Ich stellte das Mofa ab und öffnete. Damals nahm sie mir den Schlüssel ab und öffnete die Tür. Ich schmiss Jacke und Schlüssel auf das Sofa und ging in die Küche, Volvic aus dem Kühlschrank, Tabletten vom Regal. Ich hatte Mails bekommen und einen Anruf, ich las die Mails, hörte den ab AB und ging ins Bett. Ich träumte wirre Dinge. Am nächsten Morgen, völlig sorgenfrei erwachen, dachte ich. Mal sehen.
Im Sommer hatten wir uns kennen gelernt und ich war entzückt und entflammt. Ihr schwarzes Haar lag auf meiner Schulter und ich hielt sie im Arm. Der Regen war vorbei gezogen. Als ich aufwachte dachte ich an diesen vergangenen Sommer, diesen Rummelplatzbesuch. Heute mache ich so etwas alleine.
Wollte mich heute nach der Arbeit mit Erika treffen. Vorher noch zum Zahnarzt um mir meine Zähne richten zu lassen, außerdem schuldete ich ihm noch Geld, glaube ich. Als ich wartete und ein Frauenmagazin las wurde ich müde und schlief fast ein. Ein eintretender Patient sprach mich an meine Tasche, die ich auf den benachbarten Stuhl gelegt hatte, dort wegzunehmen und setzte sich. Er war unglaublich verschwitzt und roch nach Polyesterhemden im Sommer. Lou Reed betrat das Wartezimmer, gab einen Song zum besten und verabschiedete sich, bevor er ihm ein Autogramm entlocken konnte. Er war völlig nüchtern und hinter dem Empfangstresen zog sich die Z-Helferin aus und winkte ihn herüber. Er fickte sie unter dem Tresen. Sie hatte große Brüste und war höchstens 16 und Jungfrau und er war richtig gut und alle Welt merkte das. Ich las also die Gedanken des Polyesterhemdträger, als er mich ansah und mir das Männerverständigungslächeln, das Übereinkunft in den Gedanken über den allgemeinen und speziellen Zustand, Reiz, Fuckability hier anwesender Frauen, in diesem Fall dieser, signalisieren sollte, schenkte, nachdem er die Z-Helferin ansah. Ich schlug ihn zu Brei und ließ ihn liegen. Später betrachtete ich meine um 2,8 Nuancen weißeren Zähne, das sah nicht schlecht aus. Erika rief an und sagte ab. Das sah schlecht aus, ich hatte also einen freien Abend und beschloss ins Kino zu gehen, nein, ich lieh dann doch eine DVD aus, nein, ich nahm eine aus meinem Regal und sah sie mir an. Dann klingelte doch noch einmal das Telefon. Rainer wollte sich mit mir verabreden. Morgen vielleicht, meinte ich und das ich ihn noch mal anrufen werde. DVD zu Ende. Ich ging ins Bett und als ich am nächsten Tag aufwachte, war alles ganz logisch.
Als ich dann aufwachte machte ich mir einen Kaffee. Und logisch putze ich mir die Gläser um zu sehen, die Zähne um zu lachen, die Achseln um zu umarmen, den Kopf um zu denken. Die Zwiebeln und das Mett waren Thüringer Art. Ich ging hinaus und joggte einige Meter, duschte, in meinem Gedankenpool sammelten sich Gedanken und ich schöpfte die wichtigsten ab. Sie lagen vor mir.
Ich wachte wieder auf und war erleichtert, es wäre, wenn so weitergehend, doch ein verwirrender, anstrengender Tag geworden, nun war es nur ein Traum. Also, Dusche, Kaffee, telefonieren, anziehen, Spiegel, gut, Mofa starten. Ich musste Rainer anrufen und ihm absagen, dachte ich, ich musste mich mit Erika treffen, dachte ich.
Meine Kollegen teilten mir ihre Absicht mit und war nicht interessiert. Ich aß Schawarma zum Mittag und machte mich daran, es zu erledigen. Vor Feierabend hatte ich es geschafft und übergab dem Chef meine Dateien. Erika holte mich ab und duftete. Wir tranken eine Kaffee und eine Ovomaltine im nahe liegendem Café. Sie schaute mich an und ich sie. Sie wimperte mir in Zeitlupe zu, unsere Lippen waren Meilen entfernt und tief unsere Augen in unsere blickten. Ich beobachtete ihren Augenaufschlag, ich blickte umher und bestellte und ihre Augen schlossen sich, ihr Haar schwamm in der Umgebung und ihr Lächeln war ein Traum.
Nachdem wir bezahlt hatten fuhren wir zu ihr, mein Mofa in ihrem Kofferraum. Sie öffnete die Tür. Ich liebte sie und nichts hätte ich mir mehr gewünscht als sie hier zwischen, auf und inmitten ihrem Leben, Erinnerungen und zu Hause zu schwängern. Neun Monate später brachte sie unser Sohn zur Welt, Justin. Hätte sie, wenn es denn so gewesen wäre, aber es war nicht so und vor allem, Justin hätte er nicht geheißen.
So traten wir ein, ich schloss die Tür, es roch nach Holz und Gewürzen. Sie hängte ihre Jacke an die Garderobe, ich auch und wir gingen in die Küche. Sie setzte Wasser auf und fragte mich nach einer Teesorte, ich antwortete mit Blick auf das mit hochprozentigem bestücktem Regal im benachbarten Wohnzimmer. Der Holzboden in der Küche knarrte unter uns und als sie einen Schluck aus ihrer Tasse nahm, nahm ich einen aus meinem Glas und ich schaute ihr in die Augen und es waren mir vertraute stellte ich fest, ich schaute nach und es stimmte. Ich stellte mein Glas auf den Tisch und ging aufs Klo, pinkelte und sah mich im Spiegel an. Hallo? Ja, so was von. Ich wusch meine Hände und trat hinaus. Sie hatte Musik aufgelegt. Ich war mir nicht zu schade für was auch immer und dem näher als ich ahnte. Sie trank ihren Tee. Tollkirschen schmückten mein Gemüt. Auf der Stelle hatte ich diverse Wünsche und Vorstellungen, ich überlegte, ob sie mich mit diese Nacht in ihr Zimmer nehmen würde, oder ob sie mich unserer Müdigkeit gerecht werdend verabschieden würde. Nach einem Moment nahm ich es selbst in die Hand und brach auf, an der Tür verabschiedete ich mich von ihr und gab ihr einen Kuss. Ich ärgerte mich nicht geblieben zu sein.
Katzen füttern zu Hause. Ich war müde und nahm eine Dusche, während das Telefon klingelte. Es war nicht sie, Rainer vielleicht, ich hatte vergessen ihm abzusagen. Schlechter Abgang, dachte ich als ich an sie dachte als ich einschlief und schlecht geschrieben dazu, sagte eine Freundin. Ja, da hast du vielleicht recht, hörte ich sie rufen. Ein gutes neues Jahr, Reichtum, Anerkennung, Erfolg, Gesundheit und die große Liebe für dich und alle, sagte sie mir am Telefon zwei Tage später, sie hatte sich von wilden Partys an anschließenden Tagen erholen müssen. Dito, dachte ich und sagte: dir auch. Wir redeten am Telefon eine halbe Stunde. Im Grunde belangloses Zeug, es endete mit einer Verabredung.
Am diesem Abend waren ich mit Erika verabredet und ich wartete auf sie. Sie kam später und ich flirtete mit der Barfrau nicht wirklich. Als sie kam tanzten schon einige auf der nicht vorhandenen Tanzfläche und die Musik wurde schlechter. So saßen wir einige Zeit schweigend nebeneinander und beobachteten. Erika, sagte ich zu ihr, den Rest konnte sie aufgrund der lauten Musik nicht hören. Das zweite Lächeln an diesem Abend. Sie ging auf Toilette, holte Bier, saß neben mir, sah mich ab und an an und redete. Ich hörte ihr zu und ich verstand nicht alles was sie sagte. Auch ich musste pinkeln und als ich den Gang von den Toiletten zu unseren Plätzen zurückkam kam sie mir entgegen. Sie lächelte mich an und streifte im Vorübergehen meinen Arm, drehte sich um und verschwand auf der Damentoilette. Als sie wieder neben mir saß, legte ich meinen Arm um sie und als hätten wir Jahrzehnte darauf gewartet und wäre es das vertrauteste und selbstverständlichste legte sie ihren Kopf auf meine Schulter. Mir wurde heiß und mein Herz schlug schnell. Die Musik war großartig und sie duftete und alles um uns herum schien ein Film über das Leben und phantastisch.
Sturm und Regen draußen, sitze im Bett und schaue aus dem Fenster, laute elektronische Musik läuft unten. Ich gehe auf den Balkon und stelle mich unter die Markise, Wind und Regen weht und regnet in mein Gesicht. Es riecht nach dem feuchten Gras und den Tannen von nebenan. Die Gläser auf dem Tisch füllen sich mit dem Regenwasser. Ich trete wieder ein und schließe dir Tür. Ich träumte vor einigen Tagen von der Verabredung mit ihr und hielt sie im Arm. Heute weiß ich nicht, ob ich das überhaupt will, bzw. will was sich daraus ergeben kann und wird, ob ich will das sich überhaupt etwas daraus ergibt. Bin mir nicht im Klaren. Gehe in die Küche und füttere meine Katzen, die beide vor dem Regen ins Haus geflüchtet sind. Sollte mich an den Rechner setzen und arbeiten. Will und kann es nicht. Mir gefällt die Musik, die ich lange nicht mehr gehört habe. Die CD springt beim 3. Song und ich skippe zum 4. Der Sturm wird immer heftiger und ich drehe die Musik lauter. Telefon klingelt. Rainer ruft an. Ich lasse den AB rangehen. Mache mir einen Kaffee und rauche eine Zigarette. Meine erste heute, sehr wohltuend. Eine meiner Katzen gesellt sich zu mir und legt ihren nassen Körper auf meinen Schoß. Die Tropfen hämmern gegen die Scheibe in einem kurzen Augenblick der Stille. Ich träume und verlasse diesen Ort mit dem nächstbesten Flieger. Nach 10 minütigen Aufenthalt dort bin ich wieder zurück, meine Hose feucht und kalt von der Katze, die sich nun mit den Tropfen an der Scheibe beschäftigt. Ich ziehe mich um, ziehe meinen Regensachen an und verlasse das Haus. Mofa steht fast trocken auf der Veranda. Die Straßen sind glatt. Ich fahre vorsichtig und ein mir entgegenkommendes Auto rast auf mich zu, ich bremse, das Hinterrad bricht aus und schlittere auf das Auto zu.
Bevor ich wieder aufwache ist es dunkel und kalt, ab und an weht ein warmer Wind auf meinen Körper. Ich kann meine Augen nicht öffnen, ich kann mich nicht bewegen, es schaukelt unregelmäßig wie auf einem Schiff auf stürmischer See. Dann ist es ruhig, ich schlafe ein. Und wache auf und bin in einem fremden Land, die Sonne scheint, Sommer, Vögel zwitschern. Ich schlafe ein. Dunkel. Öffne meine Augen, es wird heller, ein Gesicht sieht mich an, ich kann es nicht erkennen, es gibt keine Farben, nur weiß.
Ich bin wach, ein Arzt wird gerufen. Ich kann meine Beine nicht spüren, nur mit Anstrengung meinen Kopf und meine Arme bewegen. Ich bin müde und döse dauernd ein und weg. Das ist aber normal sagt man mir. Ich mache mir keine Sorgen. Die nächsten tage werde ich im Rollstuhl durch die Gänge zu diversen Untersuchungen geschoben. Sieht gar nicht so gut aus, sagt man mir. Erika kommt mich nicht besuchen. Warum? Hasse es, dass ich mir solche Fragen stelle und versuche sie zu vergessen. Franz besucht mich und bringt mir meinen Rechner aus meiner Wohnung und ein paar DVDs. Die Rampe an der Haustür war noch provisorisch als ich wieder zuhause einzog. Was ein Glück, dass das Haus von jeher in den 1. Stock keine Treppe sondern Rampe besaß. So konnte ich mich relativ uneingeschränkt dort bewegen. Mein WC bekam zwei Haltegriffe rechts und links, so dass ich mich aus dem Stuhl dort selber hin heben konnte. Das hatte ich im Krankenhaus schon geübt. Kaum schwieriger gestaltete sich das mit meinen Job. Das Büro war nicht Rollstuhlkompatibel, ich konnte aber meine Arbeit zu Hause erledigen. Nach einiger Zeit wurde allerdings klar, dass das Wunder nicht eintreten würde. Alle krankengymnastischen, therapeutischen Maßnahmen, Rehas waren erfolglos. Ich war mir sicher, dass ich es schaffen werde, entgegen allen Wahrscheinlichkeiten und Prognosen, ich bemühte mich, dachte an einen Gott, eine Gerechtigkeit. Mein Arzt teilte mir in einem Gespräch mit, dass weitere Maßnahmen keinen Sinn machen.
Seit Jahren hatte ich nicht mehr das Bedürfnis meine Eltern anzurufen. Nun war es zu spät. Ich weinte und trank. Es war das entsetzlich endgültigste seit ihrem Tod. Ich stemmte mich aus dem Stuhl und ließ los, meine Beine knickten weg und ich schlug hart auf den Boden. Ich robbte durch das Haus und versuchte mich in den ersten Stock zu ziehen aber es war zu anstrengend. Ich lag betrunken auf der Rampe. Ich musste aufs Klo und hatte keine Kraft, ich pinkelte, meine Hose wurde warm und feucht, mein Urin lief die Schräge hinunter. Eine Katze schnupperte an dem Rinnsal, an meiner Hose. Ich jagt sie nicht weg, sie klettere über mich stieß ihre feuchte Nase in mein Gesicht, schnupperte an meinem Mund und ließ mich liegen. Stundenlang. Ich zog mich durch den Urin hinab zu meinem Rollstuhl. Ich schaffte es nicht hinein. Keine Chance. Mein Handy in der Tasche rief ich Erika an, sie war die einzige die ich erreichte und ich hoffte, dass sie dann endgültig nichts mehr mit mir zu tun haben wollte, nachdem die nach ihrer Ankunft zwangsläufig startende Welle des Mitleids und der Unterstützungs- und Hilfsangebote abgeebbt sein würde. Denn was war das zwischen uns denn je gewesen? Und sie suchte doch einen gehenden, stehenden Mann. Und niemals wollte ich ihr Mann sein, sie nur im Arm halten abends bei lauter Musik zwischen Menschen. Sie half mir in den Stuhl und ich sollte ihr natürlich erzählen, sie hatte nichts mitbekommen von alledem, denn während ich noch im Krankenhaus lag rief ich sie an, sagte unsere Verabredung ab und erzählte ihr, ich sei beruflich nun einige Zeit im Ausland und habe gerade unter anderem mit den Vorbereitungen so viel zu tun, dass ein Treffen vor meiner Abreise kaum wahrscheinlich sei, ich sie aber sobald ich wieder da bin, bzw. wenn ich absehen kann, ob es vorher noch klappt, mich bei ihr melde. Aber ich konnte und wollte auch jetzt nichts erzählen und bat sie zu gehen, sie wollte nicht, sie wollte helfen, zuhören, trösten, verstehen. Ich wollte allein sein. Sie reinigte meinen Boden und half mir beim Umziehen und verließ das Haus mit Angeboten zur Hilfe, Unterstützung, was und wann und wie auch immer, auf den Lippen. Ich war so unglaublich erleichtert, als sich die Tür schloss und ich wieder allein war. Ich nahm einen großen Schluck von dem hervorragendem Rotwein und legte Musik auf, dachte nach und war erschöpft, leer, traurig, beunruhigt an diesem Abend.
Als ich am nächsten Tag aufwache und fest stellte das all dies kein Traum ist, war ich genervt und enttäuscht, wie oft schon rettete mich das Aufwachen aus unliebsamen, ausweglosen Situationen. Klar war es nicht einfach. Die ersten Monaten habe ich meinem Therapeuten zu verdanken. Er und seine Dosierungen schafften es, dass ich einen Lebenswert in dieser Situation sehen konnte. Daran hätte ich damals nie geglaubt. Ich ging nun regelmäßig mit Erika spazieren und stellte mir oft vor ich würde sie in dieser Position umarmen oder sie in den Arm nehmen, ich würde mein Gesicht an ihren Bauch legen oder meinem Arm um ihre Hüfte legen. Und das war ein sehr weiches und angenehmes vertrautes, beschütztes, Obhut gebendes Gefühl. Ich kündigte meinen Job und war einige Zeit arbeitslos, fand aber schnell wieder einen Job, den ich meiner Behinderung und einer Quote zu verdanken hatte. Ich saß in einem Büro der städtischen Verwaltung und verwaltete, Akten, Vorgänge. Keine Verantwortung, kein Stress, ein halbe Stelle. Ich stellte mich darauf ein und lebte sparsamer, das ging. Heute kam Franz mich besuchen und scherzte, wenn ich denn endlich mal wieder bereit wäre ihn in seiner Praxis zu besuchen werde er sofort morgen eine Rampe installieren lassen. Er sorgte sich um meine Zähne. War er früher mein Zahnarzt, mit dem ich ab und zu mal was trank oder aß, war er heute mein Freund, der sich ab und zu, in letzter Zeit seltener, was meine Schuld war, um meine Zähne kümmerte. Ich versprach ihm nächste Woche zu kommen. Wir kochten und seine Frau kam nach der Arbeit zum Essen und brachte Wein, Blumen und Baguette. Ich trank Wasser, weil der Alkohol sich nicht so gut mit den Medikamenten vertrug, die ich einnahm. Ich hatte mit meinem Arzt vereinbart sie nächste Woche abzusetzen, nachdem die Dosis die letzten Wochen kontinuierlich gesenkt wurde und ich mich weiterhin stabil und glücklich fühlte. Etwas beunruhigt ob einer möglichen Veränderung, erneuten Depression, war ich froh, wieder nur mit dem meinem Körper natürlich zur Verfügung stehenden Ressourcen, also aus eigener Kraft klar zu kommen. Ich blickte hinaus in den Garten und sah meinem Mofa beim verrosten zu.
Das Absetzen der Medikamente veränderte meinen Zustand nicht und man konnte ihn, und mein Therapeut tat dies, als stabil bezeichnen. Ab und zu gönnte ich mir nun wieder ein paar Gläser Wein zum Essen oder zum Feierabend Bier. Wegen einem akuten Bewegungsmangel und mehr Lust denn je am Essen, nahm ich zu und das störte mich. Im Sitzen sah man das natürlich noch mehr. Keine T-Shirts mehr im Sommer, sagte ich mir, aber ich besaß ein paar ordentliche Hemden, so dass das kein Problem war. Das Leben im und mit dem Rollstuhl war im Allgemeinen nicht so unglaublich schwierig wie ich es mir vorstellte, man war zwar auf Hilfe und Aufmerksamkeit angewiesen, aber wieso sollte es sich nicht so leben lassen.
An einigen Abenden war ich in völliger Einsamkeit und dann interessierte mich mein stabiler Zustand nicht mehr. Mein Job schien ein Versehen, wie alles aus dem Unfall resultierende. Klar hatte ich Freunde, Kollegen, einen Therapeuten, doch die Freunde die schon zu meiner gesunden Zeit nur bedingt kompatibel mit mir, meinen Gefühlen, Welten, Gedanken waren, sie blieben irgendwo stehen und ich war nicht mehr abwärtskompatibel. Früher konnte und wollte ich das zumindest simulieren mit einer Emulation, eines Emulators. Heute nicht mehr, der Emulator war verschwunden, nicht mehr abrufbar. Der Alkohol konnte zumindest diese Inkompatibilität kaschieren und 2 unterschiedliche Systeme so nebeneinander laufen lassen, dass sie davon überzeugt waren, sie wären lediglich verschiedene Anwendungen von ein und demselben funktionierenden System. Auch das war natürlich schon immer so. Deshalb machte es ja auch so viel Spaß und Sinn in Gesellschaft zu trinken. Aber vielleicht blieb auch ich stehen oder ging gar zurück und sie waren nicht abwärts-, oder rückwärtskompatibel, es lief aufs selbe hinaus. Ich war oft allein, nachdem mein Zustand angenommen wurde, und keine Notwendigkeit zur Betreuung durch Freunde bestand, es war wie früher und ab und zu fühlte ich mich wohl. Erika hatte nicht mehr Zeit mit mir regelmäßig spazieren zu gehen und das war mir recht. Ich nahm meine Zahnarztbesuche ernst und mein Gebiss konnte sich sehen lassen. Ich besorgte mir einen dieser kleinen und wendigen Sportrollstühle und verkaufte den anderen bei Ebay. Und abends saß ich in meinem Haus und war zufrieden. Das ging zwei Jahre so und dann änderte sich etwas. Ich besuchte meine Eltern auf dem Friedhof, Franz hatte mich gefahren und ich bat in mich in einer Stunde abzuholen. Ich rollte durch den Friedhof an den Gräbern vorbei die auf dem Weg zu meinen Eltern lagen. Es hatte sich nicht viel verändert. Unter eine Weide am Weg lag auf einer Bank ein vergessener Regenschirm. Hier musste ich auf den Rasen und einige Meter bergab, das Gras war feucht und der Stuhl schlitterte den Hang hinab und blieb hart gebremst an der Grabeinfassung stehen. Der Grabstein hatte eine inzwischen schöne Farbe und Patina, die Schrift war gelblich und Moos oder ähnliches Zeugs hatte sich in einigen Buchstaben angesammelt. Was sie wohl dachten mich hier zu sehen dachte ich. Komischerweise ging ich nicht davon aus, dass sie mich außer hier auf dem Friedhof sehen konnten, sie waren nicht im Himmel und blickten auf mich herab, sondern wenn überhaupt, war dies der Ort des Kontaktes, der Gedanken die übertragen werden konnten. Wie auch immer, ich dachte an einige Momente meiner Kindheit mit meinen Eltern.
Es war 1977, ich war 12 Jahre alt. Im Fernsehen lief um zwanzig nach sechs Väter der Klamotte, ich hatte noch eine halbe Stunde Zeit. Meine Eltern saßen in der Küche und planten einen Urlaub und einen Schwangerschaftsabbruch, was ich aber erst 15 Jahre später erfuhr, für mich war es eine Reise nach Holland, an der ich nicht teilnahm, weil ich mit meinem Freund und seinen Eltern und seiner Schwester, die ich toll fand in den Urlaub fahren sollte, was ich auch viel besser fand, denn es waren wohlhabendere Eltern als meine und ich fuhr mit meinem Freund und seiner großartigen Schwester, nicht wissend, dass in der Küche gerade Pläne zur Ermordung meiner geschmiedet wurden. Ich saß in meinem Zimmer auf dem Bett und malte. Ab und zu sah ich aus dem Fenster. Es war schon dunkel, November. Mein Zimmer spiegelt sich im Fenster vor den erleuchteten Fenstern der Nachbarhäuser.
Ich rollte noch einige Zeit durch den Friedhof, denn ich hatte Zeit. Ich denke an ein, mein altes, Leben, ich versuche meine Beine zu bewegen, nichts. Franz ist pünktlich und hilft mir in den Wagen. Ein paar Minuten später sind wir bei mir. Er fährt weiter, nachdem er mich ins Haus begleitete. Ich sitze neben meinem Sofa, nachdem ich Musik auflegte, ich rufe Erika an und sie freut sich über meinen Anruf.
Wir treffen uns am nächsten Tag.
Ich werde 32 Jahre später sterben und meine Eltern auf dem Friedhof wieder sehen und sie werden gar nicht gut aussehen und inzwischen auch kein Paar mehr sein, wie ich feststellen werde. Mein Vater wird was mit der von 5 Gräber neben ihm haben, sie wird einiges jünger gewesen sein, als sie starb und meine Mutter wird wieder Single sein. Die ersten Jahre werden Franz, manchmal seine Frau und auch Erika, die verheiratet sein wird, mit ihrem Mann und Kindern werden vorbei kommen. Dann wird es still werden, keine Besuche mehr, meine Eltern werden entsorgt werden und ein anderes mir unbekanntes Paar wird deren Stätte bewohnen. Ich werde keine Ahnung haben, wo sie sein werden. Sie mieteten, wie ich, ihr Grab für 40 Jahre, ich werde es also in 72 Jahren erfahren.
