DIE GESCHICHTE

Es mag so gewesen sein. Gestern und damals. Mag sein, dass wir das vergessen haben, uns nicht erinnern. Mag sein, dass wir uns nicht erinnern möchten.
Wieder einmal zu heisser Kaffee, der zu lange warm gehalten wurde und zu heiß zum trinken und zu schlecht zum genießen ist.

Die Türen sind weit geöffnet. Wind und Luft wehen im Raum. Eine Kerze erlischt auf dem Tisch.
Wie könnte ich etwas erzählen, ohne etwas zu erzählen? Ich war auf der Suche nach etwas Belanglosem und Unwichtigen, um es weiterzureichen in die Welt hinein.
Groß sollte diese Erzählung sein, aufgeblasen bis ans Limit, kurz vorm Platzen und leer, ohne Inhalt, ohne Sinn, ohne Geschmack, ohne Bedeutung.

Dann kam sie herein. Durchsichtig und fast unsichtbar hätte ich sie beinahe nicht gesehen, wie sie geschmeidig, leer und bedeutungslos versuchte nirgends anzuecken oder Spuren zu hinterlassen. Eine Geschichte über eine Liebe vielleicht oder einen missglückten Staffellauf. So was in der Art. Kaum da, wurde sie größer und versuchte den ganzen Raum zu vereinnahmen.
Nahm Möbel, Gegenstände und mich in ihr auf. Wuchs weiter. Verschlang das Haus, die Straße, die Stadt, das Land, die Erde, das Universum. Und verschwand mit uns.

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